Ulla Höpken

Ulla Höpken, Kirschgarten, 2013
Ulla Höpken, Kirschgarten, 2013
Ulla Höpken, Fluss morgens, 2013
Ulla Höpken, Fluss morgens, 2013

Ralph Herrmann

Ralph Herrmann, Wolkenbild, 2013
Ralph Herrmann, Wolkenbild, 2013
Ralph Herrmann, Wolkenbild, 2009
Ralph Herrmann, Wolkenbild, 2009

ZUR ARBEIT

Ulla Höpken "Das Staunen" 2010
Ulla Höpken "Das Staunen" 2010

 

 

Lichtquellen erzeugen ein sichtbares Farbspektrum...

 

Das Werk von Ulla Höpken wird bestimmt durch die Immanenz des Lichts. Sie fächert das Licht in ihren Bildern auf, verstreut es so, als wenn das Dargestellte von allen Seiten beleuchtet werden will oder aus sich selbst heraus leuchtet.

Auf die Weise gelingt es der Künstlerin, den Betrachter anzuregen, sich der Hintergründigkeit und Vielseitigkeit eines Phänomens auszusetzen. Die Bilderwelt von Ulla Höpken ist von drei Hauptthemen bestimmt:

Lichtlandschaft, Karussellmotiv, Städtebilder.

In allen Themenbereichen ist der ganzheitliche Ansatz spürbar:

In den Karussellmotiven mit ihrem erzählenden Charakter und der Darstellung von Mensch und Tier ist auch die Lichtlandschaft gegenwärtig. In den Städtebildern ebenso die erzählende Kraft aus den Karussellbildern und das Licht der meditativen Landschaftsgestaltung. Der scheinbar starke Bezug zur Wirklichkeit verfällt nicht einem Realismus, vielmehr ist es Ulla Höpken wichtig, Neues zu erschaffen aus der Vielschichtigkeit eines Ganzheitlichen Erlebens, in dem sich Vordergründiges und Hintergründiges gegenseitig durchdringen.

Unverwechselbar ist ihre brillante Linienführung und die expressive Farbgestaltung, die sie mehrheitlich mit dem Spachtel ausführt.

 

Das Staunen

 

Zur Arbeit von Ulla Höpken:

Dr. Arno Apel Vorsitzender des Kunstvereins Recklinghausen.

 

Das Staunen ist der erste Schritt zur Erkenntnis, lehrt die Philosophie seit über zweitausend Jahren. In den Labors der Naturwissenschaftler ist es tägliche Praxis, über das sehende Staunen zum wissenden Erkennen zu gelangen. Anders in der heute verbreiteten Rezeption von Bildern. Die in den letzten Jahrzehnten ständig wachsende Bilderflut der verschiedenen visuellen Medien leitet unser Sehen immer mehr zu einer schnellen, eindimensionalen und damit oberflächlichen Wirklichkeitswahrnehmung. "Aus der Domäne des Unbewussten Fundgegenstände ans Licht zu fördern, deren Verkettung man als irrationale Erkenntnis bezeichnen kann, bedeutet, Grenzbereiche der Innen- und Außenwelt aufzulösen"

Ulla Höpken bearbeitet ein breites Spektrum an Sujets. Bei aller Verschiedenartigkeit ihrer Themen ist ihr Anliegen eine Verschmelzung zwischen Realität und Fiktion sowie eben diese Auflösung der Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt.

Der scheinbar starke Bezug zur Wirklichkeit verfällt nicht einem Realismus, vielmehr ist es Ulla Höpken wichtig, ähnlich wie der Natur, Neues zu erschaffen aus den Erlebenswelten von Menschen. Gerade diese Neuschöpfungen weisen zurück auf das Vorgegebene unserer Welt. Sie wollen den Betrachter sensibilisieren für die ihn umgebenden Wirklichkeiten.

Insofern beinhaltet Ulla Höpken`s Kunstbegriff einerseits die freie Bindung an Realitäten, andererseits weist ihre Kunst über die direkt erfahrbaren Realitäten hinaus in nicht sichtbare Gefühls- und Intuitionswelten. Ihr bildnerisch- poetisches Werk erlaubt uns den Zugang zu den verschüttet geglaubten Phantasien der Kindheit.

Ulla Höpken versteht sich auch als Lichtmalerin.

Dieses Licht fächert sich in ihren Bildern auf, verstreut sich so als wenn das Dargestellte von allen Seiten beleuchtet werden will oder ein Licht aus sich selbst heraus verströmt.

Auf diese Weise gelingt es der Künstlerin, den Betrachter aufzufordern, sich der Vielseitigkeit eines Phänomens auszusetzen. In allen verschiedenen Sujets erkennt man die künstlerische Handschrift von Ulla Höpken, eine Malweise von übereinandergelegten, sich berührenden und durchdringenden Farbflächen. Diese Malweise ist Ausdruck des Grundthemas der Künstlerin, Beziehungswelten darzustellen, die sich gleichzeitig durchdringen und abgrenzen.

Im Zyklus " Theater" wird diese Thematik auf eine märchenhafte, spielerische Weise deutlich.

Menschen sind allein, jedoch in ihrem In sich verschlossen sein stehen sie in Beziehung zu anderen, in bewegter und belichteter Koexistenz.

Als Thema erfährt diese Koexistenz eine Variation im Sujet "Mensch und Tier".

Auch hier herrscht vordergründig der Einblick in eine Phantasiewelt, eine Scheinwelt vor, in die sich der Betrachter auf seinem Weg durch die Farben entführen und zum Nachfühlen eigener Beziehungserfahrungen zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Tier oder zwischen Mensch und Natur verführen lassen kann. Gänzlich hineingezogen in diese Dynamik wird der Betrachter auch durch die " Lichtlandschaften" von Ulla Höpken.

Mit den Augen durch diese entstofflichte Natur zu gehen heißt, mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Beabsichtigt ist dabei ein licht-hoffnungsvoller Umgang mit den eigenen sowie mit fremden Welten.

" . . . die Tiefe aber ist, wenn sie sich offenbaren will, dazu verdammt, sich in Oberfläche zu verwandeln".

Ortega y Gasset